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Tabu Thema Mundgeruch

 

Mundgeruch ist immer noch ein Tabu Thema, obwohl etwa 25 Prozent aller Menschen zeitweise und ca. 6 Prozent dauerhaft davon betroffen sind. Die Hauptursache, geruchsbildende Bakterien, liegt fast immer in der Mundhöhle und kann vielfältig sein. Mit einer ausführlichen Diagnose finden wir den Auslöser und beraten Sie, wie Sie den Mundgeruch dauerhaft erfolgreich bekämpfen können – damit Sie wieder entspannt ausatmen können.

Mundgeruch begünstigende Faktoren:

  • mangelnde Mundhygiene
  • bakterielle Zungenbeläge
  • Erkrankungen der Zähne, des Zahnfleisches bzw. des Zahnhalteapparates (Karies, Gingivitis, Parodontitis)
  • Mundatmung
  • Verminderter Speichelfluss (Xerostomie)
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
Behandlungsmethoden
Bei der weitaus überwiegenden Zahl der Mundgeruch-Patienten kann durch eine Behandlung der intraoralen (im Mund gelegenen) Ursache der Mundgeruch effektiv behandelt werden. Die Behandung richtet sich nach dem Befund, der bei der Mundgeruch-Sprechstunde erhoben wurde.
  • Zungenreinigung:
    Wie bereits ausgeführt wurde, liegt die Quelle des Mundgeruchs häufig in der bakteriellen Besiedlung der Zunge. Abhilfe schafft hier die tägliche intensive mechanische Reinigung der Zunge mit einem geeigneten Zungenreiniger, auf den gegebenenfalls ein desinfizierender Gelee aufgetragen werden kann. Es gibt mittlerweile Zungenschaber und -bürsten in den verschiedensten Formen, die aber nicht alle gleichermassen effektiv sind. Wir beraten sie gerne und unterweisen Sie in der für Sie idealen Technik.

  • Behandlung der Gingivitis bzw. Parodontitis:
    Falls der Mundgeruch durch eine bakterielle Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder eine Parodontitis verursacht wird, ist eine gezielte Behandlung dringend angezeigt. Zunächst muss die Mundhygiene des Patienten optimiert werden. Eine Parodontalbehandlung kann nicht nur den Mundgeruch stoppen, sondern auch weitergehende Schäden am Zahnfleisch und Parodont verhindern. Im Bedarfsfall empfehlen wir weitere Therapiemöglichkeiten, wie z.B. Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen oder eine Laserbehandlung. 

  • Behandlung von Zahn- oder Prothesendefekten:
    Unbehandelte "Löcher" (Zahnkaries), defekte Füllungen, schlecht passende Kronen, Brücken oder Zahnprothesen können bisweilen zu Mundgeruch führen. In diesem Fall ist eine Gebisssanierung durch eine Behandlung mit Füllungen oder Inlays oder ein Austausch der defekten Kronen angebracht.

  • Behandlung der Mundtrockenheit:
    Bei vermindertem Speichelfluß kommt es zur Mundtrockenheit (Xerostomie), welche die Entstehung von Mundgeruch begünstigen kann. Da zahlreiche häufig verschriebene Medikamente die Speichelproduktion herabsetzen, muss zunächst zusammen mit dem behandelnden Arzt geklärt werden, ob ggf. eine niedrigere Dosierung oder eine Umstellung auf andere Wirkstoffe Abhilfe schafft. Bei leichteren Formen der Xerostomie kann die Tätigkeit der Speicheldrüsen auch z.B. durch saure Lutschbonbons stimuliert werden. Es gibt auch Medikamente, die die Speichelproduktion anregen. In schweren Fällen können Speichelersatzpräparate helfen.

  • Mundspülungen:
    Bestimmte Mundspülungen haben nachweislich einen positiven Einfluss auf Mundgeruch. Allerdings ist die Wirkung dieser Spülungen begrenzt und kann die Behandlung der Ursache nicht ersetzen. Wir empfehlen derartige Mundwässer allenfalls als Unterstützung der ursächlichen Behandlung.

  • Überweisung zum Facharzt:
    Wenn keine in der Mundhöhle befindliche Ursache für den Mundgeruch festgestellt werden kann, sollte eine gründliche Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohrenarzt erfolgen. Dieser wird insbesondere die Tonsillen (Mandeln) und die Nase sowie die Nasennebenhöhlen inspizieren. Verläuft auch diese Abklärung ergebnislos, kann der Gastroenterologe abschliessend klären, ob die Halitosis eventuell durch ein Problem im Verdauungstrakt verursacht wird.